Möchtest du Konflikte vermeiden, weil du Konfliktscheubist oder weil du deine Konfliktfähigkeit ausbauen möchtest?
Hier findest du hilfreiche Wege, auf eine gesunde Art Konflikte zu vermeiden.
Konflikte können nur dann entstehen, wenn DIR Informationen fehlen. Informationen über das Gegenüber, wie er tickt, welches Weltbild er hat.
Auf einen Blick
- Der Mensch ist ein soziales Wesen. Aus Angst vor Ausschluss aus einer Gruppe, ist eine gesunde Konfliktvermeidung normal.
- Ghosting, Lügen oder Übertreiben sind ungesunde Arten, Konflikte zu vermeiden.
- Friedlich zu kommunizieren, kann dir dabei helfen, einen gesunden Umgang mit Konflikten zu haben.
Konflikte vermeiden ist normal
Social Media treibt Konfliktscheue in die Höhe, da Schwarz-Weiß-Denken stark verbreitet ist und man Angst hat, seine Meinung zu äußern, wenn sie nicht dem „normalen“ entspricht.
Grundsätzlich hat jeder gesunde Mensch den Wunsch, dass eine zwischenmenschliche Interaktion harmonisch abläuft.
Der Mensch ist ein soziales Wesen.
Was nicht mehr normal ist, ist, wenn dieses Streben nach Harmonie die Angst vor Konflikten überdecken soll.
Es kommt immer auf das eigene Empfinden, die Situation oder das Gegenüber an.
Der Fokus in einer normalen zwischenmenschlichen Situation ist, dass Meinungen ausgetauscht werden, neue Erkenntnisse geschaffen werden oder sich einfach nur unterhalten wird – ohne Ziel.
Strebst du danach, ein möglichst harmonisches Miteinander aufrechtzuerhalten oder liegt dein Fokus darauf, möglichst dem anderen zuzustimmen, um einen möglichen Streit abzuwenden?
Manchmal ist die Frage schwer zu beantworten, weil die eigenen Motivationen verschleiert sind.
Toxische Arten, um Konflikte zu vermeiden
Finde in dieser Tabelle nun einige Arten, wie Menschen Konflikte vermeiden, die jedoch toxisch sind:
Toxische Arten Konflikte zu vermeiden
- Die eigene Meinung anpassen: Du hast die Hoffnung, durch das Übernehmen der Meinung deines Gegenübers Wertschätzung und Harmonie zu sichern. Gerade People Pleaser haben eine große Tendenz dazu, sich anzupassen.
- Heikle Themen totschweigen: Um den Frieden um jeden Preis zu bewahren, sprichst du Dinge, die dich stören, gar nicht erst an. Du schluckst deinen Frust hinunter, was langfristig dazu führt, dass sich der Konflikt in deinem Inneren aufstaut.
- Lügen und Übertreiben: Du flüchtest dich in Notlügen, erfindest Geschichten oder schmückst Tatsachen aus, nur um einer möglichen Konfrontation zu entgehen. Du baust ein Kartenhaus auf, nur damit im Moment keine Reibung entsteht.
- Ghosting und Rückzug: Statt Probleme anzusprechen, tauchst du einfach ab. Du gehst Menschen physisch aus dem Weg oder antwortest nicht mehr, weil dir der Mut fehlt, die unangenehme Situation zu klären.
- Ablenken und Weglachen: Sobald ein Gespräch ernst oder emotional wird, reißt du Witze oder wechselst abrupt das Thema. Du nutzt Humor als Schutzschild, um die unangenehme Spannung sofort zu zerstreuen, anstatt sie auszuhalten.
- Übermäßiges Entschuldigen: Du nimmst reflexartig die Schuld auf dich („Sorry, mein Fehler!“), selbst wenn du gar nichts dafür kannst. Du kaufst dir den schnellen Frieden auf Kosten deiner Selbstachtung, nur um die „dicke Luft“ sofort zu bereinigen.
- Passive Aggressivität: Statt deinen Ärger offen auf den Tisch zu legen, lässt du ihn indirekt raus. Durch sarkastische Bemerkungen, tiefes Seufzen oder absichtliches „Vergessen“ bestrafst du dein Gegenüber subtil, ohne den Konflikt offiziell zu machen.
- Mauern (Stonewalling): Du machst emotional komplett dicht und lässt niemanden mehr an dich heran. Du starrst ins Leere oder verlässt wortlos den Raum, um dich vor der emotionalen Überforderung des Konflikts zu schützen.
2 Wege, um Konflikte zu vermeiden
Du möchtest Konflikte vermeiden und dabei Harmonie in zwischenmenschlichen Situationen wahren? Hier findest du zwei Tipps, wie du auf eine gesunde, erwachsene Art und Weise Konflikte vermeidest.
Friedliche Kommunikation
In einem Konflikt begegnen sich zwei Personen mit unterschiedlichen, subjektiven Wahrheiten. Beide denken von sich, dass sie recht haben. Wenn sie jetzt gegeneinander argumentieren, ist das so, als würden zwei Bullen ihre Köpfe aneinander stoßen. Akzeptanz dessen, was der andere sagt und dann das präsentieren, wie du denkst, sind der Schlüssel zur Konfliktvermeidung. Da ist keine Angriffsfläche mehr. Beide legen dar, wie sie denken.
- Ich-Botschaften: Indem du das Thema des Konflikts aus deiner eigenen Perspektive darlegst, lässt du Raum für den Standpunkt deines Gegenübers.
- Sachlichkeit: Konzentriere dich auf das Thema des gegenwärtigen Konflikts.
- Fokus: Vermeide den Bezug auf vergangene Konflikte und generalisierte Vorwürfe (»Nie …« und »Immer …«).
- Aktives Zuhören: Was sagt dein Gegenüber? Stelle Fragen, wenn du etwas nicht verstehst, und wiederhole die Antworten in eigenen Worten, um sicherzustellen, dass sie so auch wirklich gemeint waren.
Trainiere, kontroverse Meinungen und Weltanschauungen zu verstehen.
Ein Stück weit zumindest. Ich finde diesen Punkt extrem spannend, weil diese „Methodik“ konträr zu deinem generellen Verhalten und Interpretieren steht.
Wir beschäftigen uns hauptsächlich nur mit unserer Sichtweise und suchen dafür Bestätigung.
Gerade wer oft auf Social Media aktiv ist, ist in seiner eigenen „Bubble“ gefangen.
Wir haben unser Leben so geformt, dass wir nur die eine Seite der Medaille sehen. Sich mit den Meinungen auseinanderzusetzen, die NICHT deiner entsprechen, erfordert Mut, birgt jedoch enormes Wachstumspotenzial in sich. Es geht darum, beide Seiten zu verstehen.
Ist nicht genau das die Ausgangslage für Frieden in der Welt?
Finde in meinem Blogartikel Konfliktfähigkeit stärken weitere Tipps, wie du gezielt besser in Konflikten wirst.
Du passt dich an, um Streit zu vermeiden. Du hast gelernt, Konflikte als Bedrohung zu sehen. Die sicherste Strategie? Dich unsichtbar machen, zustimmen, anpassen.
Du stellst deine Bedürfnisse hinten an. Das Wohl anderer ist wichtiger als dein eigenes Wohlbefinden. Nicht, weil du so offenherzig bist – sondern als Strategie, Konflikte zu vermeiden. Durch den ständigen Fokus nach Außen hast du verlernt, deinen eigenen Körper zu spüren. Erkennst du deine Bedürfnisse überhaupt noch?
Du bist sehr sensibel für die Gefühle anderer. Du erkennst Stimmungsschwankungen sofort und passt dein Verhalten an, bevor es zu Konflikten kommt. Diese Fähigkeit hat dir früher das Überleben gesichert. Heute kostet sie dich deine Authentizität.
Du versuchst, brav zu sein, um Frieden zu bewahren. Brav sein ist deine Versicherung gegen Ablehnung und Liebesentzug.
Du sagst deine Meinung nicht. Besonders dann nicht, wenn sie anders ist als die der anderen. Das Risiko ist zu groß – du hast Angst vor Ablehnung, weil die Person wütend werden könnte und du glaubst, dass die Beziehung zerbricht.




0 Kommentare