- … klein gemacht und anderen zugestimmt, statt meine Sichtweise zu teilen
- … angepasst, weil mir nichts lieber war, als die Zustimmung anderer
- … mich freundlich und regelkonform verhalten, sodass ich unter keinen Umständen negativ auffalle
Auf einen Blick
- Konfliktscheue ist stark mit People Pleasing verbunden
- Menschen, die sich vor Konflikten scheuen, haben oft feine Antennen für ihre Umgebung
- Wer Konfliktscheue hinter sich lässt, vertieft seine Beziehungen
- Das INGA-Prinzip unterstützt dabei, klar die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren und damit Grenzen zu setzen
Weißt du, dass Konfliktscheue eines der Hauptsymptome von People Pleasern ist?
People Pleaser möchten Streit um jeden Preis vermeiden, weil sie nach [Harmonie streben]. Die Menschen um den People Pleaser herum sollen sich gut fühlen.
Klingt das auch nach dir?
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People Pleaser gehen Konflikten aus dem Weg, weil sie sich von zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen bedroht fühlen.
Nicht sie selbst fühlen sich bedroht, sondern die Rolle, die sie nach Außen darzustellen versuchen – ihr Selbstbild.
Denn, sie wollen von anderen als soziale, hilfsbereite und edelmütige Person angesehen werden.
Sie möchten, dass sie als Person wahrgenommen werden, die einer älteren Oma unter die Arme greift, wenn sie über die viel befahrene Straße möchte.
Frag dich nun:
Was hast du davon, konfliktscheu zu sein?
Diese Frage ist essentiell, weil sie dir zeigt, was dir wichtig ist und was du eher vermeidest.
Konfliktscheue Menschen haben folgende Vorteile im Leben:
- Sie sind oft beliebt
- Sie haben feine Antennen, die es ihnen ermöglicht, Konfliktsituationen schneller als Durchschnittsmenschen zu erkennen und
- Sie haben die Fähigkeit Zoff und Zank zu vermeiden, durch Förderung einer friedlichen Atmosphäre.
Trifft das auf dich zu?
Alles positive Aspekte, oder?
Es tut mir leid, dir das mitteilen zu müssen:
Du lügst aus Angst vor Konflikten dich und deine Mitmenschen permanent an, wenn …
– … du ja zum Bergwandern sagst, obwohl du nur chillen möchtest.
– … du dir vom Verkäufer die kitschige Tasse andrehen lässt, obwohl du sie nicht magst.
– … du Bock auf einen greasy Fleisch-Burger mit Pommes hast, statt dem langweiligen, nach Karton schmeckenden Tofu, den dein Partner vorschlägt.
Du leugnest durch diese Verhaltensweisen deine Bedürfnisse, Wünsche, Gefühle, dein Lustempfinden.
Wozu kann das führen?
Folgen von Konfliktscheue
Ich bin kein Fan davon, auf die Leidenstaste zu drücken.
Trotzdem möchte ich dich darüber informieren, was passieren könnte, wenn du deine Konfliktscheue nicht angehst:
Explosionsartiger Ausbruch tiefer Verärgerung
Ich mag mich an 2 Szenarien erinnern, wo ich in meinem Leben wutentbrannt explodiert bin, weil ich nicht frühzeitig kommuniziert habe, was mir wichtig ist, was ICH will.
Jedes Mal, wenn ich Nein zu mir, und ja zu anderen gesagt habe, füllte sich die Tonne mit einem weiteren Tropfen Groll in mir. Irgendwann war das Fass voll und ich bin explodiert. Das hat zu unschönen Situationen geführt, auf die ich nicht stolz bin.
Sozialer Rückzug
Wer Konfliktscheue nicht angeht und Konflikte immer weiter vermeidet, isoliert sich zunehmend.
In Japan gibt es viele Menschen, die sich in ihre Wohnung zurückziehen und ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren. Man nennt es dort „Hikikomori“.
Der Mensch ist ein soziales Wesen, er braucht Kontakte zu anderen Menschen! Das ist einer seiner Grundbedürfnisse.
Persönlichkeitsstörung
Konfliktscheue kann, stark ausgeprägt, die ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung auslösen. Sie zeichnet sich durch starke Angst vor Ablehnung, Kritik oder Beschämung aus.
Du passt dich an, um Streit zu vermeiden. Du hast gelernt, Konflikte als Bedrohung zu sehen. Die sicherste Strategie? Dich unsichtbar machen, zustimmen, anpassen.
Du stellst deine Bedürfnisse hinten an. Das Wohl anderer ist wichtiger als dein eigenes Wohlbefinden. Nicht, weil du so offenherzig bist – sondern als Strategie, Konflikte zu vermeiden. Durch den ständigen Fokus nach Außen hast du verlernt, deinen eigenen Körper zu spüren. Erkennst du deine Bedürfnisse überhaupt noch?
Du bist sehr sensibel für die Gefühle anderer. Du erkennst Stimmungsschwankungen sofort und passt dein Verhalten an, bevor es zu Konflikten kommt. Diese Fähigkeit hat dir früher das Überleben gesichert. Heute kostet sie dich deine Authentizität.
Du versuchst, brav zu sein, um Frieden zu bewahren. Brav sein ist deine Versicherung gegen Ablehnung und Liebesentzug.
Du sagst deine Meinung nicht. Besonders dann nicht, wenn sie anders ist als die der anderen. Das Risiko ist zu groß – du hast Angst vor Ablehnung, weil die Person wütend werden könnte und du glaubst, dass die Beziehung zerbricht.
Weitere Symptome der Konfliktunfähigkeit, körperlicher Natur, sind innere Anspannung, Übelkeit, Krankheitsgefühl und Ängstlichkeit.
Das, was dich motivieren sollte, deine Konfliktscheue anzugehen
Konflikte angehen = Authentizität beweisen
Sehe Umgang mit Konflikten als erlernbaren Skill an.
Eine Fähigkeit, die du für dein persönliches Wachstum brauchst, wenn dir deine Authentizität und Reife wichtig sind.
Wer ständig von Auseinandersetzungen davonläuft, ist nicht echt und verhält sich kindlich.
Deine Beziehungen werden tiefer, wenn du Konfliktscheue angehst
Sehnst du dich nach tieferen Beziehungen zu deinen Liebsten?
Indem du deine Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle teilst, erreichst du genau das.
Was geschieht?
Du öffnest dich. Du teilst dein Innenleben. Dadurch machst du dich verletzbar.
Außerdem hält eine gesunde Beziehung, egal ob aus Liebe oder Freundschaft, Konflikte aus. Ansonsten ist es eine Schein-Beziehung.
🧑🤝🧑 Verletzbarkeit zeigen verbindet!
Sie war von meiner Ehrlichkeit und Offenheit beeindruckt.
Dadurch, dass ich mich verletzbar zeigte, ist unsere Beziehung tiefer geworden.
Wir teilen jetzt Themen miteinander, die wir vorher nicht angesprochen haben.
Woher kommt deine Konfliktscheue?
Hast du dich schonmal gefragt, warum du konfliktscheu bist?
Einerseits können die Ursachen in der Kindheit liegen. Lies dafür meinen Blogartikel [Konfliktscheue: Ursache in der Kindheit].
Andererseits kann es sein, dass du schlechte Erfahrungen in Konflikten gemacht hast oder dir eingeredet wurde, dass deine Meinung nicht zählt.
Vielleicht…
- … bist du sehr sensibel, möchtest niemandem auf die Füße treten. Du strebst nach Harmonie in Beziehungen.
- … ist es eine generelle Angst vor Ablehnung die dich begleitet?
- … kann es auch sein, dass dich starke Selbstzweifel plagen und deshalb dein Selbstwertgefühl geringer ist als bei anderen Menschen.
- … wurdest du von Mobbing gequält, wurdest Misshandelt oder jemand war in deinem Leben übergriffig.
- … hast du einen ähnlichen Satz verinnerlicht: „Meine Bedürfnisse sind nicht so wichtig wie die der anderen“.
- … fühlst du dich von den intensiven Gefühlen, die während eines Konflikts auftreten können, wie überschwemmt.
- … fällt es dir sehr schwer, nein zu sagen, wenn dich jemand um etwas bittet.
Egal was es war, es besteht die Möglichkeit, dein Erleben zu verändern!
Nur Mut, Konfliktscheue kannst du angehen!
Ich begegne vielen Menschen, die ihre Persönlichkeit, ihr Charakter oder ihr Verhalten so akzeptieren, wie es ist. „Ich bin nun mal so“
Das ist ein Mythos.
Dein Gehirn ist flexibel, adaptiv und verdrahtet sich bei Lernerfahrungen neu.
Du kannst also lernen, besser mit Konflikten umzugehen.
Genauso, wie du im Matheunterricht zuerst eingeschüchtert von den vielen Zahlen warst und es dann gelernt hast. (Hoffentlich wenigstens das 1×1 😉)
Wie lässt sich Konfliktscheue überwinden?
Jetzt kommt der praktische Teil.
Es geht um deine Gedanken und dein Empfinden in Konfliktsituationen.
Neben den unteren Übungen findest du im Artikel Konfliktfähigkeit weitere hilfreiche Tipps, wie du besser mit Konflikten umgehen kannst.
Tipp 1: Konflikte neu bewerten
Mach dir bewusst, wovor du innerlich wirklich Angst hast:
Ablehnung, Liebesentzug, berufliche Nachteile, Kontrollverlust etc.
Schreibe diese Befürchtungen konkret auf, statt nur „Ich hasse Streit” zu denken. Allein das Benennen reduziert diffuse Angst und macht sie bearbeitbar.
Formuliere dann neue innere Sätze wie „Konflikte sind normal und helfen, Grenzen und Bedürfnisse sichtbar zu machen“ und erinnere dich daran, dass Wegducken Probleme meist verschärft statt löst.
Tipp 2: Mini-Konflikte trainieren
Starte mit “Mini-Konflikten” im Alltag, z.B. eine andere Restaurantwahl vorschlagen, um Hilfe bitten, statt alles allein zu tragen oder bei einer Kleinigkeit “Nein” sagen; so trainierst du dein Nervensystem in niedrigen Risiko-Situationen. Steigere dich langsam, statt gleich das größte Beziehungsthema anzugehen.
Nach jedem dieser Mikroschritte reflektiere: Was ist wirklich passiert? Wurde jemand wütend, oder blieb die Reaktion neutral/positiv? So korrigierst du deine oft übertriebenen Katastrophenfantasien.
Tipp 3: Ein einfaches Gesprächsgerüst nutzen
Das INGA-Prinzip hilft Konfliktscheuen gezielt, klare Grenzen zu setzen, ohne eskalierende Streits zu provozieren – eine perfekte Brücke von Angst vor Konflikt zu konstruktiver Kommunikation.
Es besteht aus 4 Schritten: Interesse zeigen, Nein sagen, Grund nennen und Alternativen anbieten.
👣 INGA-Prinzip Step by Step
1. Interesse zeigen: Zeige Verständnis für die Position des anderen, z. B. „Ich sehe, dass dir das wichtig ist und du es so brauchst.“ Das entschärft Spannung und signalisiert Respekt, statt direkt anzugreifen.
2. Nein sagen: Formuliere dein klares Nein, z. B. „Trotzdem kann ich das nicht mitmachen.“ Übe das, um die innere Blockade von Konflikten zu durchbrechen – ohne Rechtfertigung oder Umschweife.
3. Grund nennen: Nenne kurz deinen Grund, z. B. „Das widerspricht meinen Werten/Bedürfnissen.“ So wird dein Standpunkt nachvollziehbar, ohne dich angreifbar zu machen.
4. Alternative anbieten: Schlage einen Kompromiss vor, z. B. „Wie wäre es mit dieser Variante?“ Das lenkt von Vermeidung zu Lösung und stärkt deine Konfliktfähigkeit langfristig.
Ein Beispiel: Deine Freundin fragt dich, ob du nächstes Weekend auf ihren Hund aufpasst, da sie an einem Seminar ist.
„Ich sehe, dass du jemanden brauchst, der auf Benny aufpasst. Ich kann das jedoch nicht übernehmen, da ich von der Woche ausgelaugt bin und Zeit für mich brauche. Wie wäre es, wenn du deine Nachbarin fragst?“
Bonustipp: Der schnellste Weg
Im Internet findest du tausend Tipps. Doch in Zeiten von Informationsflut und KI brauchst du nicht noch mehr Ratschläge, sondern verlässliche Unterstützung. Verhaltensänderungen geschehen dann, wenn sie wiederholt werden.
Nicht, wenn man immer wieder neue Tipps 1-2x ausprobiert.
Coaching oder Therapie bieten dir ein System, welches eine langfristige Investition in dich und deine Harmonie ist.
Mein Coaching zum Beispiel bietet dir eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, um deine Konfliktscheue nachhaltig zu überwinden. Schritt für Schritt und konsistent, in einem geschützten Umfeld, in dem du offen über deine Ängste und Zweifel sprechen kannst.
Coaching ist keine schnelle Wunderlösung, aber der sicherste Weg, um echte und nachhaltige Veränderungen zu erreichen.
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